Regen Tag
Aktien und die Turbulenzen an der Börse im August 2007
HeYOuThere!
Warum ich keine Aktien besitze. Na weil ich kein Geld habe welches ich anlegen könnte. Ist doch klar.
Wettere ich deswegen dagegen? Das wäre schon eine Frage.
Die Idee der Aktie ist wirklich toll. Jemand hat eine Idee. Er möchte schaffen und den Menschen (und sich) etwas nützliches, brauchbares, innovatives, weiterführendes geben.
Leider hat er kein Geld um seinen Traum zu verwirklichen. Er erzählt seine Vision Menschen welche über Geld verfügen und schafft es so die Idee populär zu machen. Die Menschen bringen Ihm Vertrauen entgegen und leihen Ihm Ihr Geld, damit sein Traum wahr wird. Dafür beteiligt der Mensch die Kapitalgeber an seinem Projekt. Alle sind zufrieden, es kommt in die Welt was alleine durch die Idee, oder alleine mit dem Geld, nie entstanden wäre. Das Vorhaben bringt Ertrag und Freude für alle. Den Ideengeber, den Geldgeber, den Nutzern. Alle sind verbunden in einem Prozess des Gedeihens und Wachsens.
Die Realität sieht dann so aus: Jemand hat Geld (wie hat er es bekommen?) Er schaut wo immer es mehr werden kann. Jemand beschäftigt sich mit diesem Problem und bietet seine Dienste an. Jemand möchte dieses Geld gerne haben und überlegt wie man daraus am schnellsten noch mehr Geld machen kann, denn dann bekommt man noch mehr Geld. Niemand fragt nach der Idee niemand fragt nach dem wo oder dem wem oder dem Sinn (Außer Geld machen).
Als Bauer weiß ich, was Wachstum bedeutet. In unseren Breiten folgt dem Winter eine kurze Periode von 4 bis 5 Monaten des Wachsens. Die Tiere im Stall vermehren sich nach biologischen Grundsätzen. Eine Kuh trägt 280 Tage. Das Kalb ist vielleicht weiblich (die Chancen stehen fivtyfifty) und in 2 bis 3 Jahren kann sie selbst ein Kalb haben. Und wenn sie gesund und gut auf wächst wird sie vielleicht noch weitere 15 Jahre jedes Jahr ein Kalb gebären (Eine Industrie Kuh wird nur 3 ½ Jahre alt = 1,5 Kälber).
Das Getreide welches im Herbst gesät wird kann erst im Sommer ausreifen und gedroschen werden. Wenn wir das Brot essen ist ein Teil der Ernte bereits wieder im Boden für eine neue Ernte im darauf folgenden Jahr. Der Landmann hat wiedermal alle Hände voll zu tun das Feld zu bestellen und die die Ernte zu sichern.
Ein Wachstumsprozess der nahe an den Bedingungen unseres Planeten geknüpft ist. Ein lebendiger Rhythmus welcher uns zu dem gemacht hat was wir heute sind. Menschen im Überfluss lebend – stets satt und voller Energie. Dabei kann man Gewinne von bis zu 5% erwirtschaften. Das sagt jedenfalls die heilige Betriebswirtschaftslehre.
Doch der Mensch will mehr. Hat er einmal Geld (das soll geronnene Arbeit sein, habe ich mir erklären lassen) so möchte er gerne mehr davon haben. Und das möglichst schnell. Den mit Geld kann man alles (ja ALLES) kaufen. Und wenn es geht sollte das Wachstum schon etwas höher als bei lebendigen Prozessen sein.
Liebe Freunde: 25% Gewinn gibt es nicht um sonst. Da hat man die Ernte des Bauern über fünf Jahre auf Pump in der Hand.
„Und nun zu den Börsen-Kursen“ . Das kotzt mich an. Es gibt keinen Zusammenhang mehr zu dem Menschen welcher eine Idee hatte und dem Menschen der diesen unterstützen wollte.
Die Finanz-Börsen beherrschen die Welt. Alle zittern vor den Daten die hoch bezahlte Analysten brabbeln. Kein Zusammenhang mehr zu den Erträgen der Unternehmungen. Geld (geronnene Arbeit – welch ein Hohn) für nix. Kapital, für die es keinerlei reale Werte gibt, in nie gekannten Dimensionen eilt um den Globus auf der Suche nach noch größeren Renditen.
Liebe Freunde: jemand zahlt für diese „Gewinne“. Und dieser jemand sitzt nicht in einem voll klimatisierten Büro. The race is on. Was tun? Kann ich etwas tun? Soll ich mich auf die Insel der Seligen zurückziehen – keine Aktien kaufen – alle Aktien abstoßen? Saubere Anlagen suchen? Umwelt-Fonds? Zukunft-Fonds? Eine Stiftung gründen?
Wenn ich heute einen Euro in eine festverzinsliche Staatsanleihe anlege, können dann in 800 Jahren alle Menschen dieser Erde, üppig vom Zinseszins leben? Dies ist eigentlich nach BWL und VWL Halbgötter Wahrsagungen richtig. Ungefähr 12.017.150.828.882 € jeden Tag, für jeden, von 10 Milliarden Menschen zum Verprassen. Wie absurd.
So und nun noch aufgepasst. Wenn jetzt eine Börsenkrise naht gibt es noch satt Kohle von den Zentralbanken, damit ja nix passiert und das gesamte Lügengebäude einstürzt.

