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Das soziale Hauptgesetz

Entnommen dem Buch „Geisteswissenschaft und soziale Frage “ mit dem Untertitel „Die wahren Gesetze des menschlichen Zusammenarbeitens“ von Rudolf Steiner, herausgegeben von der Rudolf - Steiner - Nachlassverwaltung Dornach, 6. Auflage Dornach 1989

Es handelt sich um einen Aufsatz von Rudolf Steiner, der zuerst erschienen ist in der Zeitschrift “Lucifer - Gnosis“, Nr. 29, 30, 32, Berlin 1905/06 unter dem Titel „Theosophie und soziale Frage“.

Auszug aus dem o. a. Buch, Seite 33/34:

Nun, das soziale Hauptgesetz, welches durch den Okkultismus aufgewiesen wird, ist das folgende: „Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen , sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.“ Alle Einrichtungen innerhalb einer Gesamtheit von Menschen, welche diesem Gesetz widersprechen, müssen bei längerer Dauer irgendwo Elend und Not erzeugen. - Dieses Hauptgesetz gilt für das soziale Leben mit einer solchen Ausschließlichkeit und Notwendigkeit, wie nur irgendein  Naturgesetz in bezug auf irgendein gewisses Gebiet von Naturwirkungen gilt. Man darf aber nicht denken, dass es genüge, wenn man dieses Gesetz als ein allgemeines moralisches gelten läßt oder es etwa in die Gesinnung umsetzen wollte, dass ein jeder im Dienste seiner Mitmenschen arbeite. Nein, in der Wirklichkeit lebt das Gesetz nur so, wie es leben soll, wenn es einer Gesamtheit von Menschen gelingt, solche Einrichtungen zu schaffen, dass niemals jemand die Früchte seiner eigenen Arbeit für sich selber in Anspruch nehmen kann, sondern doch diese möglichst ohne Rest der Gesamtheit zugute kommen. Er selbst muß dafür wiederum durch die Arbeit seiner Mitmenschen erhalten werden. Worauf es also ankommt, das  ist, daß für die Mitmenschen arbeiten und ein gewisses Einkommen erzielen zwei voneinander ganz getrennte Dinge seien.  

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