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NEUES AUS DER GÜCKSFORSCHUNG

Links und unzufrieden VON TOBIAS KAUFMANN

Gescannt vom

Kölner Stadt-Anzeiger


Der Linke leidet an der Welt.

Deshalb hat er notorisch schlechte Laune und vergnatzt selbst auf Partys die restlichen Anwesenden mit seinem Lamento über die ungerechte Verteilung von Geld und Arbeit.

"Findest du denn nicht auch, dass sich was  ändern muss?" fragt der Linke bedrückt und schenkt sich Rotwein nach.

Woraufhin der Konservative das Whiskey-Glas hebt und antwortet: "Wieso? Mir geht's doch gut."


Dieses billige Klischee haben Forscher jetzt bestätigt.

Ein Team um den Dänen Christian Bjornskov (Aarhus School of Business) hat sich über die Daten des World Value Surveye (WVS)gebeugt, der die Antworten von 90 000 Menschen aus 70 Ländern auf 400 Fragen zu Ihren Werten und Einstellungen enthält.

Das Ergebnis:

Je linker sich jemand politisch verortet, desto unzufriedener ist er im Leben.

Und je unzufriedener jemand ist, desto weiter links steht er.

Beides gilt unabhängig von der persönlichen Situation - Linke leiden auch dann, wenn es ihnen materiell gut geht.

Warum bloß?

"Unzufriedenheit scheint sehr viel mit der Auffassung des Begriffes Fairness zu tun zu haben" erklärt Bjornskov Spiegel-Online.de.

Das heißt: Linke empfinden die Verteilung von Besitz und Macht als Ergebnis unfairer Zustände.

Das kann ihnen den Kinoabend vergällen, selbst wenn sie in dieser furchtbar ungerechten Welt eigentlich keinen Grund zur Klage haben.

Dass Linke tendenziell unglücklicher sind, gilt laut dem Glücksforscher Bjornskov sogar in Dänemark, wo die Kluft zwischen Arm und Reich gering ausfällt.

Konservativ-bürgerlich gesinnte Menschen dagegen sehen Ungleichheit entspannt.

Sie sind bereit, sie mit individuellen Fleiß oder Talent zu erklären - und deshalb als fair zu akzeptieren.

Der Preis fürs sonnige Gemüt ist allerdings hoch:

Gerade Liberale müssen damit leben, als herzlos und oberflächlich zu gelten.

Letzteres steht natürlich nicht in der Studie.

Ebenso wenig verrät sie, ob es übellaunigen Sozis hilft, einfach mal CDU zu wählen - aus den Daten sind Ursache und Wirkung nicht voneinander abzugrenzen.

Auch ob das klassische: ,,Geh doch rüber, wenn´s dir nicht gefällt weiterbringt, bleibt  ungeklärt.

Gute-Laune-Paradiese wie Kuba haben sich nicht am WVS beteiligt.

Ein Missverständnis aber ist mit der Studie ausgeräumt:

Die berüchtigten "Rotweinexzesse linker Kreise" sind nicht wie oft behauptet,   "Diskussionen".

Es handelt sich um „Kummersaufen“.

http://www.worldvaluessurvey.org

 

 

 

     

 

 

 

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