Die erste Vortragsveranstaltung zum bedingungslosen Grundeinkommen an der Rudolf-Steiner-Schule Mittelrhein an 6. Nov 2007, erfreute sich unerwartet großer Resonanz. Etwa 40 Menschen, nicht nur aus dem Schulumfeld, hatten sich eingefunden. Nach einer kurzen Vorstellung des noch jungen Inititativkreises und seinen Intentionen war man gespannt auf die weiteren Ausführungen. Herr Musil, vom Tauschring Westerwald, zeichnete in kurzen Umrissen Geschichte und Wesen des Geldes. Hervorgehoben wurde der Aspekt des Wechsels vom Tausch zur Geldwirtschaft und den negativen Folgen. Geldwirtschaft und Zinswirtschaft und die Art moderner Besteuerung sieht Herr Musil als Hauptgrund des finanziellen Abstiegs großer Bevölkerungskreise. Danach ging er über die Wandel des Tauschring Westerwald zu einer Institution für ein bedingungsloses Grundeinkommen zu skizieren. Grundlage sind laut Herrn Musil die Schriften von Herrn Gesell. Durch einen parallel existierenden Wirtschaftskreislauf wird versucht, eine Lösung finanzieller Nöte und sozialer Gemeinschaftsdefizite zu erreichen. Wie sich im Laufe des Vortrages zeigte wird vor allem an den theoretischen Grundlagen intensiv gearbeitet. Zur Bemessung des Preises wird menschlicher Energieverbrauch als Maßstab genommen. Das bedingungslose Grundeinkommen wird an 2 Gruppen von Mitglieder ausgezahlt. Leistende und Nichtleistende Mitglieder. Jeder hat die Möglichkeit Leistender oder Nichtleistender zu sein. Durch die Nichtleistenden kommen mehr Zahlungsmittel in den Kreislauf. Der Leistende erhält durch Leistung ein mehr an Zahlungsmitteln und kann so seine Leistungsinanspruchnahme erhöhen. Durch persönliche Bindung und Verfall von Guthaben bei Ableben wird das Anhäufen von Kapital z.T. unterbunden. Im Praktischen sind die Aktivitäten noch sehr gering. Die Ansätze beschränken sich im Wesentlichen auf Nachbarschaftliche Hilfe. Der Ansatz im Praktischen wurde von den Zuhörern zwar gewürdigt es konnte aber kein Konsens in der Vorgehensweise erzielt werden. Kritik gab es auch an der kulturpessimistischen Prognose von Herrn Musil, der vor allem den verschwenderischen Gebrauch von fossilen Energien als Grund für den sozialen Niedergang sah. Als zu pauschal wurde auch die Aussage von Herrn Musil betrachtet, Energiekonzerne und global agierende Führungsschichten für die Soziale Misere verantwortlich zu machen. Leider glitt die Diskussion, unter abbröckelnder Beteiligung, in eine grundsatz-idiologische Dimension ab. Als Fazit bleibt in Erinnerung das enorme Interesse am Bedingungslosen Grundeinkommen und das durchaus mühevolle Ringen um den richtigen Weg dazu. Verantwortlich für diese Zusammenfassung: Kurt Seul